Internationaler Johann-Gottfried-Seume-Verein „ARETHUSA“ e. V. Grimma

Sa, 07. September 2019

Einladung - Gemütliches Beisammensein der beiden Seumevereine

 
So, 23. Juni 2019

Wie Seume ins Theater gehen!

 
Sa, 22. Juni 2019

Wie Seume ins Theater gehen!

 
Sa, 01. Dezember 2018

Festakt anlässlich der Gründung des
Johann-Gottfried-Seume-Vereines
„ARETHUSA“ e.V. Grimma vor 20 Jahren
am 01.12.2018 um 14 Uhr, Aula Haus Seume
des Gymnasiums St. Augustin Grimma

 
Fr, 19. Oktober 2018

Einladung des Johann-Gottfried-Seume-Verein „ARETHUSA“ e.V. Grimma
Erinnerungsorte Seumes

Am Freitag, den 19.10.2018, wird es in der Johann-Gottfried-Seume Bibliothek ab 18.30 Uhr einen neuen Vortrag zu Johann Gottfried Seume geben, welcher vom Seumeverein Arethusa organisiert wird.

 
Mo, 04. Dezember 2017

Johann-Gottfried-Seume-Literaturpreis 2017

Internationaler Johann-Gottfried-Seume-Verein „ARETHUSA“ e. V. Grimma

Sehr geehrte Damen und Herren, ich begrüße Sie hier, in der Aula Haus Seume des Gymnasium St. Augustin in Grimma zur Verleihung des Johann-Gottfried-Seume-Literaturpreises 2017, besonders begrüße ich Herrn Stefan Müller, Vorstandsmitglied der Sparkasse Muldental; Herrn Dr. Thomas Frantzke, Jurymitglied; Herrn Jan Decker, Seume-Literaturpreisträger 2017; die Schülerinnen und Schüler der Musikschule Muldental Theodor Uhlig, die heute für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgen und ganz herzlich begrüße ich alle Mitglieder des Arethusa e.V. und alle Freunde von Johann-Gottfried-Seume.

Sehr geehrter Herr Müller, sie sind nicht nur Vorstandsmitglied der Sparkasse Muldental, sie sind ebenso der stellvertretende Vorsitzende der Stiftung der Sparkasse Muldental. Diese Tatsache ist für die Preisverleihung in diesem Jahr besonders zu erwähnen. Vor ca. 1,5 Jahren hatten Herrn Knispel und sie mich eingeladen, um über die Zukunft des Seume-Literaturpreises zu beraten. Der Grund lag in der europäischen Geldpolitik und wird landläufig unter dem Stichwort „Negativzinsen“ diskutiert. Sie bekräftigten den Willen der Sparkasse, die Vergabe des Seume-Literaturpreises weiter zu ermöglichen.
Dafür möchte ich Ihnen heute im Namen unseres Vereines ganz herzlich Dank sagen, Ihnen und allen Mitgliedern der Stiftung. Sie unterstützen damit die Rezeption des Seume Erbe und wahren die Kontinuität dieses Preises auch in nicht ganz so einfachen Zeiten. Sie selbst werden dann dazu noch Wichtiges ausführen.

Mit der Zusage der Unterstützung durch die Stiftung der Sparkasse Muldental konnten wir im Januar dieses Jahres die Ausschreibung starten. Die Anforderungen: Gesellschafts- und kulturkritischer Ansatz, dem Geiste Seumes folgend und von inhaltlicher und sprachlicher Qualität.

Um den Seume-Literaturpreis 2017 bewarben sich diesmal 82 deutschsprachige Autorinnen und Autoren, 60 davon kamen aus Deutschland (24 aus Sachsen), 11 aus der Schweiz, 9 aus Österreich und je ein Autor aus Finnland und Schweden.

Die Jury, zu ihr gehörten Herr Dr. Thomas Frantzke, Kulturdienstleister aus Leipzig; Herr Thorsten Bolte, Leiter des Göschenhauses und Vorstandsmitglied, er wird heute die Laudatio halten und meine Person. Die Jury hat einstimmig Herrn Jan Deckers Roman „Der lange Schlummer“ den Seume-Literaturpreis 2017 zuerkannt.

Johann-Gottfried-Seume als Vertreter der Spätaufklärung, der wir uns verpflichtet fühlen, kommt in diesem Roman, in unserer Zeit selbst zu Wort. Herr Bolte wird dann dazu näheres Ausführen.

Vorab einige Stichworte von mir, zu Entwicklungen in unserer Zeit durch die Brille der Aufklärung.

In unserem Land und weltweit sehe ich viel Unaufgeklärtes. Es gibt einen großen Vertrauensverlust in der Politik, deren Unabhängigkeit wird angezweifelt, Demagogen bestimmen das Geschehen, wissenschaftliche Erkenntnisse werden angezweifelt, Lügen nennt man postfaktisch und die Lust auf Wahrheit ist abhanden gekommen. Religionskriege nehmen zu, gleichzeitig ist die Vernunft im Abnehmen, der Populismus ist auf dem Vormarsch. Die Naturbeherrschung, ein wichtiges Anliegen der Aufklärungsbewegung, kehrt sich um. Die Natur wehrt sich, gefährdet dabei unsere Gesellschaften und damit die Bewohner dieser Erde.Welche Rolle nehmen wir dabei ein? Was antworten wir unseren Kindern und Enkel später, wenn wir nach unserer Rolle im Heute gefragt werden? Sind wir denn nur Statisten?

Ja, es ist zeitaufwändig und anstrengend aufzuklären! Über die Ursachen und Zusammenhänge, über die Hintergründe, es gelingt nur ganz mühsam.

Vordringlich handelt es sich nicht um Erkenntnisproblem, eher um ein Umsetzungsproblem. Was, so meine Wahrnehmung, an einer unzureichenden Vermittlung, meint nicht stattfindender Aufklärung liegt. Aufklärung kann nur wirken, wenn sie den Menschen erreicht.

Es gibt vielfältige Gründe, warum das nicht geschieht, einer zum Beispiel ist die Existenz starker Interessengruppen für den Status Quo. Da heißt es dann, geht nicht: Systemrelevant und Alternativlos.

Ich sehe unseren Preisträger und seine Geschichte als kleinen Beitrag der Vermittlung dessen, was wir heute wissen sollten. Ich würde mich freuen, wenn sie sich mitnehmen lassen in die Zeit nach „dem langen Schlummer“, in diese Geschichte und wünsche mir, dass sie sich daran erfreuen und zum Nachdenken angeregt werden.

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Decker, liebe Freunde, vielen Dank dass sie heute hier sind. Ich wünsche uns eine gewinnbringende Preisverleihung und gute Gespräche.

Lutz Simmler Grimma, 02.12.2017